
Vitiforst
For nature - For wine
Ein altes System kommt zurück auf die Bühne des Weinanbaus. Vitiforst, Bäume und Weinreben zusammen auf einer Fläche, für mehr Biodiversität, weniger Monokultur und bessere Flächennutzung. Auf den folgenden Seiten erfährst du mehr über bestehende Systeme, rechtliche Rahmenbedingungen und alles, was du sonst noch über Vitiforst wissen wolltest.
Das Alte wieder zu neuem Leben erwecken

Bereits in der Antike haben Hochkulturen erkannt: Die Kombination aus bestimmten Pflanzenarten führt zu Symbiosen, die wertvollen Nutzen bringen. Die Maya bauten Mais in Kombination mit Bohnen und Kürbis an. In Südeuropa gab es Systeme mit Weinreben, Bäumen und Getreide.
In Zeiten des Klimawandels, der Weinkrise und Überindustrialisierung ist die Rückbesinnung auf alte Systeme ein Schritt nach vorne, von dem alle Seiten profitieren. Durch mehr unterschiedliche Pflanzen im Weinberg erhöht sich nachweislich die Biodiversität. Beschattung durch hohe Bäume kann die Überhitzung in heißen Sommern abmildern. Mehr Grün sorgt für kühleres Mikroklima. Die Kombination aus tiefwurzelnden Weinreben und Bäumen soll den hydraulischen Lift in Gang setzten in höhere Bodenschichten transferieren. Der Schwammeffekt im Oberboden kann Wasser besser speichern, auch kann auf einer Agroforstfläche (in der Landwirtschaft) bis zu 30% mehr Gesamtertrag von der selben Fläche erzielt werden, wie auf Monoflächen. Ob dies auch für den Weinbau gilt, wird sich noch heraustellen.
Seit 2007 untersucht die Universität Hohenheim und die Universität Freiburg in Ayl im Weinberg "Arbustum" die wissenschaftlichen Hintergründe der Pflanzenkombination. Aktuelle Artikel zum Thema findest du hier.
Pioniere bei den Weingütern sind aktuell der Staffelter Hof an der Mosel, das Weingut Hemer in der Pfalz, die SoLawi Weinfrequenz in Stuttgart und das Weingut Engelmann-Schlepper im Rheingau.
